• Antonia Meißner

Iterativ im Home Schooling

Auch im Jahr 2021 ist Corona nicht verschwunden, nicht sonderlich verwunderlich. Der Lockdown ist immer noch aktuell und auch die Schulen sind weiterhin geschlossen. Das meiste läuft jedoch online weiter, womit wir auch schon beim Thema wären. Dadurch, dass dieses Schuljahr aufgrund der Pandemie mehr oder weniger online stattfand, fehlen den Lehrern vor den Winterferien noch jede Menge Noten und das bedeute vor allem eins: Tests, Tests und noch mehr Tests.


So auch in Mathe. Unsere Mathelehrerin wagte es als eine der Ersten, einen richtigen Online-Test zu schreiben. Diese Ankündigung sorgte in meiner Klasse für eine umgreifende Panik, die jedoch schon wenig später in eine geschäftige Vorbereitung umschlug. Denn so viele Nachteile der Test zuhause auch haben mag, einen großen Vorteil gibt es: Es ist sehr viel einfacher ein bisschen zu schummeln. Und das haben meine zwei besten Freundinnen und ich doch mal direkt genutzt. Eigentlich haben wir es ohne viel nachzudenken so gemacht, wie wir es für das Beste hielten. Dabei ist mir erst im Nachhinein aufgefallen, dass unser Vorgehen iterativ war. Wir haben uns im Vorhinein etwas in unserem Klassenchat informiert, wie der Test aufgebaut ist. So wussten wir ziemlich schnell, dass der Test mit einem 45min Timer ausgestattet ist und aus 9 Aufgaben besteht, deren Richtigkeit man sofort nach dem Test überprüfen kann. So haben wir schließlich beschlossen, dass eine von uns (in diesem Fall ich) den Test zuerst macht und wir dann nachschauen welche Aufgaben richtig und welche falsch sind, um die falschen Aufgaben dann nochmal nachzurechnen und zu überprüfen. Die verbesserten Antworten wurden dann von der zweiten Person benutzt und das Ganze hat sich wiederholt.


Nun, da ihr wisst, was passiert ist, kommen wir zum Thema. Nach dem Test fragte ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre Schule immer so zu gestalten. Ich meine dieses Leistungskontrollprinzip gerät ja immer wieder in die Kritik, nicht nur von Schülern. Im Prinzip ist es doch so: die, die das Thema verstanden haben, bekommen eine gute Note und die anderen bekommen eine schlechte Note und werden das Thema höchstwahrscheinlich nie verstehen. Mir geht das in Mathe manchmal auch so. Egal, wie oft wir das Thema durchnehmen oder ich es zuhause wiederhole, es kommt einfach nicht im Hirn an. Doch wenn ich mir mal so das Thema, das im Test abgefragt wurde, anschaue, ist das eigentlich relativ gut im Hirn angekommen. Wahrscheinlich einfach dadurch, dass ich immer wieder konsequent nach den Fehlern und ihren Gründen gesucht habe. Normalerweise läuft es im Unterricht ja eher so: man bekommt eine Aufgabe, man löst sie, sie ist richtig oder falsch, also macht man die nächste. Mit Reflektieren oder dem Suchen nach den Fehlerursachen hat das normalerweise relativ wenig zu tun. Aber warum das eigentlich? Sollte der Sinn von Schule nicht sein, den Schülern Wissen zu vermitteln und sie vorzubereiten und nicht solche Sachen wie Bulimie-Lernen zu forcieren?


Also warum bringt man den Schülern nicht aktiv bei, wie sie in kleinen Gruppen effektiver arbeiten können? Natürlich werden nicht alle dieses Angebot nutzen, aber denen, die es ernst nehmen, würde es sehr helfen. Die Vermittlung solcher Techniken müsste ja auch nicht zwingend im Unterricht stattfinden, auch freiwillige Kurse wären eine Möglichkeit. Dazu würde ich zumindest nicht nein sagen.

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